Jetzt wären sie eigentlich groß genug

Seit dem letzten Beitrag sind es ca. 5 Wochen vergangen. Wir haben unsere Pflänzchen jeden Tag, an dem das Wetter einigermaßen gepaßt hat, auf den Balkon getragen und abends wieder rein.

Seitdem haben sie sich prächtig entwickelt und wären jetzt eigentlich groß zum Auspflanzen ins Freie. Wer ein Gewächshaus hat, kann sie bereits jetzt da rein tun. Bei uns stehen sie allerdings nur unter dem Vordach und da sind wir lieber vorsichtig, denn die Nächte sind teilweise noch sehr kalt und auch Frost ist durchaus noch im Bereich des Möglichen. Schließlich haben wir ja nächste Woche die Eisheiligen und die warten wir auf alle Fälle noch ab, auch wenn die Töpfe eigentlich schon zu klein sind. Man muß deshalb aufpassen, daß sie nicht vertrocknen. Das kann sehr schnell gehen.

Hier zum Vergleich:

Vor 5 Wochen

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und so schauen sie heute aus

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Wenn nicht wieder ein Kälteeinbruch wie letztes Jahr kommt, dann wird das ein sehr gutes Chili Jahr.

 

Raus in die Sonne !

Gestern war es soweit. Eine Woche nach dem Pikieren durften sie dann endlich nach draußen an die frische Luft – und vor allem an die Sonne. Gerade für Chilies, die später im Freiland stehen sollen ist es wichtig, daß man sie so früh wie möglich an die direkte Sonneneinstrahlung gewöhnt. Außerdem gewöhnen sie sich dann auch schon mal an den Wind. Das stärkt die Stängel und sie knicken, wenn sie größer sind und bereits Früchte tragen, nicht so leicht um.

Gestern war der ideale  Tag dazu und heute stehen sie natürlich auch schon wieder auf dem Balkon.

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Unsere Chilies stehen später dann unter dem Vordach unseres Gartenhauses auf der Südseite. Das heißt volle Sonne den ganzen Tag. Direkt angeregnet werden sie zwar nicht, aber ansonsten sind sie Wind und Wetter voll ausgesetzt. Die rechtzeitige Abhärtung ist also sehr wichtig.

Das Sonnenlicht ist natürlich auch sonst für die Entwicklung der Pflanzen besser als alles andere. Unser Balkon ist auf der Ostseite und somit ist die Sonne am Mittag weg. Falls Euer Balkon auf der West- oder gar auf der Südseite ist, wäre ich etwas vorsichtiger und würde die Pflanzen immer nur ein paar Stunden draußen lassen.

Ihr solltet allerdings aufpassen, daß sie nicht austrocknen während sie draußen sind. Bei Sonne und Wind kann das leider sehr schnell passieren.

Die ersten Keimlinge schon nach 5 Tagen!

Das nenne ich mal schnell. Die ersten Keimlinge stecken Ihren “Kopf” schon nach 5 Tagen aus der Erde. Erwartungsgemäß natürlich bei den kleinen Anzucht Häuschen mit dem beheizten Untersatz.

Und die Sieger sind 1x Golden Cayenne, 1x Jamaican Yellow Hot, 2x Habanero Cristina und 1x Caribbean Red. Hier auf dem Bild sind sie mehr oder weniger deutlich zu erkennen

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Die Aussaat

Einen Tag nach dem Einweichen sind die Samen dann bereit für die Aussaat. Wir verwenden herkömmliche Anzuchterde. Wichtiger ist die Keimtemperatur. Wir haben deshalb ein handelsübliches Mini Gewächshaus für das Fensterbrett und kleinere Mini Gewächshäuser mit einem beheizbaren Untersatz. Darin keimen sie tatsächlich auch früher und besser

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Die Vorbereitung der Aussaat

Jetzt ist es soweit. Morgen werden die Samen ausgesäht. Wann der beste Zeitpunkt dafür ist, hängt in erster Linie von den Lichtverhältnissen ab. Wenn man jungen Pflänzchen mit geeignetem künstlichen Licht versorgen kann und will kann auch schon früher beginnen. Wir kommen mit mitte Februar immer ganz gut hin.

Zur Vorbereitung der Aussaat weichen wir sie ca. 24 Stunden in Kamillentee ein. Das tötet Bakterien ab und durch das Einweichen können sie schon mal vorquellen. Das erhöht die Keimfreudigkeit (angeblich). Wir sind mit den bisherigen Ergebnissen jedenfalls zufrieden. Manche verwenden auch Salzwasser oder eine Salpeter-Kaliumnitrat-Lösung. Dann sollte man sie vielleicht aber nicht ganz solange einweichen

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Willkommen auf meinem Chili-Blog

Die Chili Saison 2014 startet in ein paar Tagen und die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren. Gerne teile ich unsere Erfahrungen mit Euch und vielleicht ist auch der eine oder andere Tipp für Euch dabei.

Üblicherweise beginnen wir mit der Anzucht mitte Februar. Das heißt, es ist also bald soweit und das Saatgut ist auch schon da. Die Samen bestelle ich immer bei http://www.semillas.de und von dort habe ich auch die nachfolgenden Bilder. Ich hoffe, daß sie mir das als alten Stammkunden verzeihen.

Dieses Jahr gehen folgende Sorten von mild bis wild ins Rennen.:

 

California Wonder

Probier ich dieses Jahr zum ersten mal und ist eigentlich auch nur eine ganz normale  Gemüsepaprika, aber angeblich sehr lecker

Large Yellow Sweet

Auch diese Sorte aus Guatemala ist für mich neu und eher nur leicht scharf. Da können die Kinder auch mal naschen.

NuMex Big Jim

Die wahrscheinlich längste Chili der Welt hat bis zu 30 cm lange Frücht, also wirklich “Big”. Die Schärfe ist eher gering, aber mit ihrem knackigen Fruchtfleisch eignen sie sich sehr gut zum Grillen. Sozusagen die Zucchini für Männer.

Czech Black

Hatte ich auch noch nie. Schärfe angeblich leicht bis mittel. Ich laß mich überraschen.

Cantina

Cantina ist eine weitere Novität für mich. Die mittelscharfen Früchte sind groß, mittelgelb und können gut gefüllt werden.

Golden Cayenne

Die Goleden Cayenne sind nicht nur schön, sondern auch scharf. Die Pflanzen sind sehr ertragreich und die Früchte eine Pracht.

Jamaican Yellow Hot

Eigentlich eine Capsicum Annuum Sorte, aber sowohl Form, Aroma und auch Schärfe lassen eher eine Capsicum Chinese vermuten.

Habanero Cristina

Spätestens jetzt wird es scharf. Die kleinen gelblich weißen Früchte sind zwar mühsam zum ernten, eignen sich aber getrochnet ausgezeichnet für die Chili Mühle. Da sie so klein sind, kann man die aromatischen Früchte aber auch zwischendrin einfach mal so direkt vom Strauch naschen. Schmecken echt lecker.

Caribbean Red

Für mich ein Klassiker. Mit bis zu 450.000 Scoville eine superscharfe Capsicum Chinese Sorte mit einem tollem Aroma das dann aber relativ schnell in eine gigantische Schärfe umschlägt. Eignet sich entkernt ausgezeichnet für eine Salsa, die komplette Frucht auf einmal ist allerdings eher etwas für Fortgeschrittene.

Carolina Reaper

 

Wie jedes Jahr muß natürlich auch dieses mal wieder die aktuell schärfste Sorte der Welt dabei sein und mit bis zu 2 Mio. Scoville ist das die Carolina Reaper . Es kann allerdings auch sein, daß es schon wieder eine schärfere gibt. Eigentlich nuß ich das auch gar nicht unbedingt haben, aber hier geht es ums Prinzip. Ich habe letztes jahr versucht eine Trinidad Scorpion Moruga Red, die der Carolina Reaper sehr ähnlich sieht,  (scheibchenweise) zu essen und hab mir geschworen das nie wieder zu tun. Aber wie gesagt, da geht es ums Prinzip …

In den nächsten Tagen beginne wir mit der Aussaat, Wie wir das machen, könnt Ihr natürlich auch hier lesen.